Cheops – Pharao ohne Pyramide?

war er wirklich der Erbauer der Großen Pyramide?

(1) Cheops-Statuette
(1) Cheops-Statuette

Pharao Cheops (Chufu) soll ein ägyptischer König der 4. Dynastie im „Alten Reich“ gewesen sein. Die Ägyptologen datieren seine Regierungszeit auf etwa 2620 – 2580 v. Chr. Also lediglich maximal 40 Jahre. Die Dauer der Regierungszeit variiert je nach Ausführungen gewaltig (wahrscheinlich wie man es gerade braucht oder gerne für irgend eine Argumentation hätte). So liest man auch 2650 – 2580 v. Chr. (70 Jahre) aber genauso 2579 – 2556 v. Chr. (23 Jahre). Wenn man also diese Schere von 23 bis 70 Jahre betrachtet so muss man eigentlich erkennen, dass man so gut wie gar nichts weiß. Man tut so, als wäre es nicht relevant, ob 2,3 Millionen Steinblöcke in 23 Jahren oder in 70 Jahren aufeinander geschlichtet wurden.
Diese kleine Statuette – etwa 12cm groß – soll das einzige Artefakt sein, welches diesen außergewöhnlichen Pharao darstellt. Ein Mensch, der das größte Bauwerk unserer Geschichte errichten ließ, mit einer Präzision, die uns auch heute noch Staunen abringt und in einer Geschwindigkeit, mit welcher kein Unternehmen der Moderne mithalten könnte.
Ein Mann, der Solches zustande bringt, versteckt sich nicht! Der hinterlässt Spuren, die nicht zu übersehen sind und rühmt sich in allen möglichen Facetten, welch glanzvoller, mächtiger, würdiger oder sonst etwas Herrscher und Bauherr er ist und war.
Es ist einfach nicht glaubwürdig, dass ein derartiger Bauherr und Herrscher an Hand von Fundstücken nicht besser repräsentiert ist! Keine eindeutigen Papyri, keine Statuen und Stelen mit Inschriften! Es scheint fast so, als hätte es ihn ja gar nicht gegeben, denn auf dieser kleinen Statuette – ausgestellt im Ägyptischen Museum in Kairo – steht auch nicht viel. Anscheinend konnte man neben dem rechten Knie eine Inschrift erkennen, die mit „Medjedu“ übersetzbar ist. Wenn dem so ist, so würde diese dem herkömmliche „Horusnamen“ des Cheops entsprechen und so viel bedeuten wie: „Der zerdrückt“.
Auch auf der linken Seite der Knie ist der Rest einer Kartusche erkennbar. Spezialisten glaube darin den Eigennamen „Chnum-Chufu“ zu erkennen. Aber da gehört wohl schon eine menge Phantasie dazu.

Ich bin daher fest der Überzeugung, dass die Große Pyramide am Plateau von Gizeh bereits stand, als Pharao Djoser damit begann, sie nachzuahmen. Dieser einmalige Bau war das Muster. Die Pharaonen wussten nicht, wofür sie errichtet wurde. Es muss angenommen werden, dass damals noch die Verkleidung aus hellem Tura-Kalkstein bestanden hatte und man daher auch den Eingang und das Kammernwesen im Inneren nicht kannte. Wenn man also schon glaubt, Herodot bei allen Gelegenheiten als unglaubwürdig zu erachten, dann wohl auch zurecht, dass seine „Überlieferung“, dass Cheops der Erbauer war, unrichtig ist – oder er erzählte von einem anderen Pharao gleichen oder ähnlichen Namens?!
Es gibt alte Überlieferungen die die Ansicht gestatten, die Errichtung der Großen Pyramide um viele Jahrtausende zurückzuverlegen. Sie wurde errichtet zur Bewahrung von Wissen, welches später (eventuell durch die so genannte Sintflut) verloren ging um erst wieder zu einer späteren Zeit von einer „wissenden“ Gesellschaft wieder entdeckt und erkannt zu werden!?

(2) Stufenpyramide des Djoser; Sakkara
(2) Stufenpyramide des Djoser; Sakkara

Den ersten, pyramideähnlichen Bau schreibt man dem Pharao Djoser (2720 – 2700 v. Chr.) zu. Djoser, dessen genialer Baumeister Imhotep gewesen sein soll, versuchte sich mit der so genannten Stufenpyramide in Sakkara. Die Grabanlagen der Herrschenden bis zur damaligen Zeit sollen so genannte Mastabas gewesen sein. Quasi „einstöckige“ Flachbauten, in oder unter welchen die Grabkammern ausgestaltet waren. Djoser begann, die Grundfläche einer solchen Mastaba deutlich zu vergrößern und baute in die Höhe. Es entstand dieses einmalige Bauwerk der Stufenpyramide. Eigentlich hatte man das Prinzip des Pyramidenbaues bereits erkannt, aber nur im Großen ausgeführt oder ausführen können. Ob man noch beabsichtigt hatte, dieses Bauwerk mit glatten, dreieckigen Seitenwänden zu ummanteln konnte nicht festgestellt werden. Vielleicht fehlte auch die Zeit, um dies noch zu bewerkstelligen. Es war ein erster Versuch, einer Pyramidenform nahe zu kommen!

Nach Djoser versuchten sich Pharao Sechemchet, auch Djoserteti genannt, (2700 – 2695 v. Chr.) und ein weiterer, unbekannter Pharao (eventuell Chaba) an der Errichtung einer Pyramide. Bei einer Regierungszeit von vielleicht 6 Jahren muss eigentlich zwingend angenommen werden, dass das, was Sechemchet begonnen hatte gar nicht fertiggestellt werden konnte. Die spärlichen Überreste in Sakkara deuten eher daraufhin, dass man über die erste, eventuell noch zweite Stufe nicht hinaus kam. Die Reste der Chaba-Pyramide findet man in Saujet el-Arjan und auch die klassische Ägyptologie kann kaum etwas dazu sagen. Ich würde diese beiden Pyramidenüberreste eher als „gescheiterte Versuche“ bezeichnen.

(3) Pyramidenstumpf Meidum; Snofru
(3) Pyramidenstumpf Meidum; Snofru

Einige Jahrzehnte später soll nach gängiger Pharaonenliste Snofru (2670 – 2650 v.Chr. (20 Jahre) | 2670 – 2620 v. Chr. (50 Jahre) | 2614 – 2579 v. Chr. (35 Jahre)) geherrscht haben. Eine Streuung von 20 – 50 Jahre (!). Von ihm gibt es eine mannshohe Statue im Ägyptischen Museum. Ihm verdanken wir anscheinend 3 Pyramiden und wenn man die gängige Reihenfolge der Erbauung mit Meidum, Knickpyramide (Dahschur) und Rote Pyramide (Dahschur)akzeptiert, so könnte man ohne viel Phantasie erkennen, wie „probiert“ wurde. Zunächst der Pyramidenstumpf in Meidum, der aber mit der Bauweise der Großen Pyramide in Gizeh wohl wenig bis gar nichts gemeinsam hat. Es wurde ein stufenförmiger Kern aus regelmäßig behauenen, eher kleinen Steinen geschaffen, der möglicherweise dann mit weiteren Ziegeln ummantelt wurde, um die Pyramideform zu erhalten. Das schließt man zumindest aus dem riesigen Schutthaufen, der sich rings um dieses Bauwerk erhebt. Diese angelehnten Ziegel scheinen zusammengebrochen, abgerutscht zu sein. Nur der Kern blieb erhalten. Ganz kann ich dieser Erklärung aber nicht folgen, denn die Steinwände wurden bereits so verkleidet, dass man keine Fugen mehr sah. Wozu dann noch die Ummantelung? Die ursprüngliche Höhe betrug vermutlich rd. 93 Meter.

(4) Knickpyramide; Snofru
(4) Knickpyramide; Snofru

Dieses Experiment ging also schief! Der zweite Versuch war die so genannte Knickpyramide am Plateau von Dahschur. Es wurden eindeutig schon größere, aber unregelmäßiger behauene Steine verwendet und man begann bereits vom Boden aus mit der stufenförmigen Einrückung der Steinreihen – oder doch nicht? Schaut man sich den Sockel der Pyramide an, so könnte man auch wieder zu dem Schluss kommen, dass der Kern der Pyramide einen wesentlich steileren Anstellwinkel hat als die dann angelehnte Verkleidung. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass der Knick der Pyramide von Anfang an geplant war. So wie ich das sehe, konnte man die entstehende Höhe nicht mehr bewältigen, erkannte dies und wurde dann flacher. Unter bestimmten Betrachtungswinkeln könnte man sogar den Eindruck gewinnen, dass der Neigungswinkel nicht nur einmal geändert wurde und der offensichtliche Knick keine Kante bildet, sondern eher ein gerundeter Übergang ist. Sie erreichte trotz Knick eine Höhe von rd. 104 Metern; ohne Knick wäre sie auf etwa 125 Meter gekommen. Auf jeden Fall wurde auch hier die Qualität der Großen Pyramide nicht erreicht.

(5) Rote Pyramide; Snofru
(5) Rote Pyramide; Snofru

Der nächste Schritt war die so genannte Rote Pyramide. Sie erhielt ihren Namen wegen des rötlichen Steins, welcher zur Errichtung verwendet wurde. Nach den Erkenntnissen der vorangegangenen Bauten wurde der Anstellwinkel von vorne herein niedriger angesetzt. Damit konnten die Seitenkanten und -flächen gleichmäßig geneigt nach oben gezogen werden und die erreichte Höhe von rd. 109 Metern schuf keine unüberwindlichen Hindernisse (auch auf Grund der relativ „kleinen“ Bausteine). Die Steine waren aber bei Weitem nicht so exakt behauen und nicht so exakt verlegt wie beim großen Bruder in Gizeh. Die Ummantelung mit glattem Kalkstein hat aber anscheinend schon gut funktioniert und besonders auffällig ist, dass nun auch hier ein Eingang in der Höhe einer Seitenwand und nicht von der Basis aus gelegt wurde.
Wenn man die Neigungswinkel (Anstellwinkel) vergleicht, kann man auch hier eine gewisse Chronologie herauslesen.
Die Große Pyramide in Gizeh hat einen Winkel von 51°50′. Die Knickpyramide begann mit etwa 54° und musste dann auf etwa 43° verflacht werden. Bei der Roten Pyramide begann man dann gleich mit 43° (also dem abgeflachten Maß der Knickpyramide), um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Für mich zeigt sich damit klar, dass man mit dem Beginn der Knickpyramide der Großen Pyramide in Gizeh nahe kommen wollte. Die Reduktion des Winkels im oberen Bereich wurde wohl aus statischen als auch errichtungstechnischen Gründen vorgenommen. Bei der Roten Pyramide wusste man dann schon, dass man mit 43° durchgängig bauen konnte. Es entstand eine optisch „perfekte“ Pyramide, aber dem großen Vorbild konnte sie trotzdem nicht das Wasser reichen!

(6) Große Pyramide; Gizeh
(6) Große Pyramide; Gizeh

Ja! Dann kam also die Zeit des Cheops. Quasi über Nacht war man nun in der Lage, eine Pyramide zu errichten, die alle Superlativen sprengte. Riesige Steinquader wurden in den Steinbrüchen von Moqatam (östlich von Kairo) herbeigeschafft. Viele mit einem Gewicht von mehreren Tonnen (von bis zu 8 Tonnen ist die Rede). Wie die Erbauer diese Mengen an Steinblöcken – schätzungsweise 2,3 Millionen – aus den Steinbrüchen in den Westen bis Gizeh transportierten (Luftlinie etwa 15 Kilometer) ist zwar ein ungelöstes Rätsel – aber sie werden es schon gemacht haben! Die Steinblöcke wurden exakt behauen, sodass die Flächen aneinander so genau zusammenpassten, dass nicht einmal mehr eine Messerspitze dazwischen Platz hatte. Die letzten Steinquader mussten in einer Höhe von rd. 150 Metern an ihren Platz gelegt werden. Wie brachte man sie dort hin, wer hob sie, wer richtete sie ein und wie machte man das? Unangenehme Fragen! Aber sie werden es schon gekonnt haben – und damit begnügt man sich, weil man sonst auch noch andere Betrachtungsweisen heranziehen müsste, die es nicht geben darf!
Es gibt aber noch sehr viele „Rätsel“, die diese Pyramide aufgibt. Ein Volk mit einer einfachen Bilderschrift. Ein Volk, welches zwar die Sonne, den Mond und die Sterne beobachten und über Jahre gewisse Regelmäßigkeiten feststellen konnte. Aber wie soll das gehen? Ein Pharao kommt an die Macht und beginnt sofort mit der Errichtung seines Mausoleums (wenn es überhaupt eines war). Da konnte nicht lange über Jahre beobachtet werden! Es musste begonnen werden, denn es wird Jahre dauern, bis es fertiggestellt ist. Und es musste fertiggestellt sein, ehe er ablebt, denn sein Nachfolger hat weder Zeit noch Muße, das Mausoleum des Vorgängers zu vervollständigen. Er hatte ja nun das gleiche Problem. Er musste so rasch als möglich mit seinem Mausoleum beginnen, denn eine Regierungszeit kann auch kurz sein!

Djedefre (auch Radjedef) – wahrscheinlich ein Sohn des Cheops – folgte seinem Vater auf dem Thron. Man weiß von ihm fast nichts, außer dass er angeblich sehr viel baute bzw. bauen ließ! Man billigt ihm etwa 10 Jahre Regierungszeit zu. Nachdem es aus meiner Sicht der klassischen Ägyptologie doch etwas „spanisch“ erscheint, dass Cheops seine Pyramide während seiner Regierungszeit fertiggestellt haben könnte, dichtet man nun seinem Sohn an, er hätte dessen Grabanlage (also die Pyramide) fertiggestellt. Auch soll die Pyramidenanlage in Abu Roasch auf sein Konto gehen. Wenn man sich diese Reste seiner Pyramide anschaut muss man sich schon fragen, ob die Ägypter von Heute auf Morgen vergessen haben, wie man eine Pyramide baut. Man erkennt bestenfalls das Fundament und es passt gar nicht zusammen, dass ein Pharao zuerst die Grabanlage seines Vorgängers (auch wenn es sein Vater war) fertigstellte und dann erst mit seiner begann. Auch er musste sich sputen. Wusste er doch nicht, wie lange er regieren bzw. leben werde.

(7) Chefren-Pyramide; Gizeh
(7) Chefren-Pyramide; Gizeh

Der nächste in der klassischen Pharaonenfolge war nun Chefren. Er war ebenfalls ein Sohn des Cheops – also der Bruder seines Vorgängers. Das passt zwar nicht in das Bild der Thronfolgen, da diese in der Regel vom Vater auf den Sohn überging. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so wird dies so hingenommen. Ein „Putsch“ dürfte es wohl nicht gewesen sein. Chefren regierte angeblich von 2570 – 2530 v. Chr., also etwa 40 Jahre. Auch über seine Regierungszeit existieren nur sehr wenige Zeugnisse. Unstrittig ist aber anscheinend der Bau der Pyramide in Gizeh. Aber auch etliche, sehr gut erhaltenen Statuen seiner Person wurden gefunden.
Die Chefren-Pyramide erscheint uns als Betrachter eigentlich als die Höhere der beiden großen Pyramiden am Gizeh-Plateau. Da die Fundamente aber auf unterschiedlichem Niveau stehen, fehlen trotzdem etwa 3 Meter. Der Unterschied in der Kubatur liegt aber doch bei etwa 370.000 m3. Man könnte annehmen, dass Chefren die am Plateau schon stehende Pyramide an Höhe übertreffen wollte und wählte daher auch einen deutlich steileren Anstellwinkel (53°10′ anstatt 51°50′). Da er aber die Basislänge nur mit etwa 215m (statt 230m) wählte, blieb es doch die kleiner Pyramide.
Auffällig an der Pyramide ist aber auch, dass im obersten Bereich noch die Verkleidungssteine zu sehen sind (also nicht geplündert wurden). Bei der Großen Pyramide aber diese gänzlich fehlen. Man weiß, dass alte Bauwerke oft als „Steinbruch“ Verwendung fanden. Aber dass man bei der Chefren-Pyramide nicht alle Steine „brauchte“, bei der Großen Pyramide aber schon, ist auch verwunderlich.

(8) Mykerinos-Pyramide; Gizeh
(8) Mykerinos-Pyramide; Gizeh

Mykerinos (Menkaure) folgte dem Chefren. Ob er tatsächlich ein Sohn dessen war, ist fraglich, nicht nachweisbar und daher auch ein wenig umstritten. Auch über seine Person und Regierungszeit sind kaum Zeugnisse vorhanden. Er hat aber während seiner Regierungszeit von 2530 – 2510 v. Chr. die kleine Pyramide am Gizeh-Plateau errichtet. Mit 65 Metern Höhe erreichte sie nicht einmal die Hälfte der Vorgängerpyramide. Warum seine Pyramide so klein ausfiel ist auch schwer zu begründen. Kaum anzunehmen, dass dieser Pharao plötzlich um so viel bescheidener war als seine Vorgänger. Wenn es sich um Grabstätten gehandelt haben sollte, die auch einen entsprechenden Schutz benötigten, dann hätte wohl die Steinmasse darüber nicht groß genug sein können. Tatsache ist, dass man einen Sarkophag in der Kammer des Inneren fand und diesen nach England verschiffen wollte. Leider sank dieses Schiff in einem Sturm und die Beute kam nie an. (Grundsätzlich muss gesagt werden, dass anfänglich das Graben nach Beute wesentlich vordergründig war als die Erforschung einer alten Geschichte und Chronologie).

(9) Userkaf-Pyramide; Sakkara
(9) Userkaf-Pyramide; Sakkara

Mit der Qualität der Pyramiden ging es nun rapide abwärts!
Schon der nächste Pharao – Schepseskaf (2510 – 2500 v. Chr.) – errichtete „nur“ mehr eine so genannte Mastaba in Sakkara. Auffällig dabei, dass er mit seinem Bau wieder dorthin zurückkehrte, wo das Pyramidenbauen begonnen haben soll. Userkaf (2500 – 2490 v. Chr.) baute zwar wieder eine Pyramide, aber was davon noch vorhanden ist kann nicht einmal ansatzweise mit den Bauten auf dem Gizeh-Plateau verglichen werden. Man könnte meinen, dass man keine Ahnung mehr hatte, wie man eine Pyramide stabil errichtet.
Das Pyramidenwerk des Sahure (2490 – 2475 v. Chr) in Abusir (zwischen Gizeh und Sakkara) schaut nicht viel besser aus und der nächste Pharao – Neferirkare (2475 – 2465 v. Chr) – baute eine Pyramide, die wieder sehr der Stufenpyramide des Djoser ähnelt, nur dass man sie mit Schutt überzog.

Für mich stellt diese Chronologie sehr augenscheinlich dar, dass mit dem Fortgang der Zeit das Wissen und die handwerkliche Fähigkeit verloren ging, wie man „echte“, stabile Pyramiden baut. Es ist auch auffällig, dass die best erhaltendsten Pyramiden die ältesten und vor allem schon während der 3. und 4. Dynastie entstanden sind. Keine nachher gebaute Pyramide kam nur annähernd an das Vorbild (die Vorbilder) heran. Es stellt sich überhaupt die Frage, ob die Große Pyramide in Gizeh wirklich in dieser offiziellen Reihenfolge der Ägyptologen errichtet wurde. Sie stellt einfach ein unglaublich perfektes Bauwerk dar, welches auch äußerlich große Unterschiede zu den anderen Pyramiden erkennen lässt und in diese Entwicklungschronologie gar nicht hineinpasst.
Ich bin davon überzeugt, dass die Große Pyramide, so wie es in alten Überlieferung zu lesen ist (z. B. bei Abu al-Hasan Ali ibn al-Husain al-Mas udi, einem arabischen Philosophen und Historiker) , weit vor den „gängigen“ Pharaonen errichtet wurde. Vor den menschlichen Pharaonen herrschten Götter über das Land und ich kann es mir nicht anders vorstellen, als dass dieses Weltwunder aus dieser Zeit der göttlichen Herrscher und Lehrmeister stammt.
Bei keiner der Pyramiden wurden nur annähernd solch massige Steine verwendet wie bei der Großen Pyramide. Es frappiert mich wenn ich auf Wikipedia lese, dass für die Erbauung „örtlich vorkommender Kalkstein“ verwendet wurde. Es ist nachgewiesen, dass die riesigen Quader aus den Steinbrüchen des Moqatam-Gebirges herbeigeschafft wurden – und diese Berge liegen etwa 15km entfernt. Aus heutiger Sicht und mit unseren Verkehrsmitteln mag das schon „örtlich vorkommend“ sein, aber für ein Volk, welches diese tonnenschweren Blöcke über Sumpf und Wasser zu transportieren hatte, war es wohl eine Herausforderung, vor der heutzutage wohl jeder kapitulieren würde, ja müsste.

Obwohl man Herodot eigentlich von allen Seiten her nur bekritelt, wird seine Aussage über den Erbauer der Großen Pyramide als bare Münze genommen. Da liest man, dass er möglicherweise ja gar nicht selber in Ägypten war und sich nur auf andere Erzählungen stützte. Da liest man, dass er der ägyptischen Sprache ja nicht mächtig war und die Priester möglicherweise falsch verstanden hätte u.s.w., aber über seine Aussage, dass ein Pharao mit Namen Cheops die Große Pyramide am Plateau von Gizeh errichtet hat gibt es nicht den geringsten Zweifel. Dabei ist dieses Bauwerk so anonym wie kein anderes. Die in den Entlastungskammern plötzlich und überraschend „gefundenen“ Hieroglyphen – noch dazu eine unversehrte Kartusche des Chufu – sind aus meiner Sicht genauso wenig glaubwürdig wie man auch Herodots sonstige Angaben als wenig glaubwürdig anerkennt.
Als der der britische Diplomat Nathaniel Davison 1765 die unterste Entlastungskammer entdeckte gab es keinen öffentlichen Druck, etwas Außergewöhnliches entdecken zu müssen. Man begnügte sich mit der „profanen Entdeckung“ der Tatsache, dass über der so genannten Grabkammer eine Entlastungskammer errichtet wurde. Das war schon Entdeckung genug. Keine Niveaulinie, kein nur so geringer Ansatz von etwas Geschriebenem war zu finden. Die Wände waren und sind leer.
1837 stand der britische Oberst Howard Vyse unter gehörigem Erfolgszwang. Drohte seine Expedition eigentlich ein Flopp zu werden. Monatelang hatte er gesucht und „geforscht“! Nichts! Im letzten Augenblick sprengte er sich mit Schießpulver ins Rampenlicht. Mit Brachialgewalt drang er in die vier weiteren, oberen Entlastungskammern ein und damit wurde er zum „Retter der Ägyptologie“. Plötzlich tauchten an den Wänden dieser Entlastungskammern Zeichen auf, die eindeutig als Hieroglyphen zu entziffern waren und – oh Wunder – sogar diese unversehrte Chufu-Kartusche beinhaltete.
Es gab und gibt zwar immer wieder Gerüchte über Fälschungen, aber die wurden seitens der etablierten Ägyptologie massiv bekämpft. Kann und konnte man doch nicht zulassen, dass dieser „Beweis“ womöglich doch keiner wäre.
Es scheint auch niemanden aufzuregen, dass die „gefundenen“ Schriften in den Kammern allesamt auf dem Kopf stehen! Was müssen die Erbauer für Vögel gewesen sein!?
Aufforderungen, die Farbe der maßgeblichen Kartusche, mit welcher diese aufgetragen wurde, einer Analyse zu unterziehen, um das Alter festzustellen, werden geflissentlich überhört und übergangen. Sieht man Bilder von dieser Kartusche so hat man den Eindruck, dass die Farbe relativ „frisch“ ist. Ist sie es wirklich? – Das wäre für die etablierte Ägyptologie möglicherweise ein Dolchstoß ins Herz. Das ganze Kartenhaus würde in sich zusammenbrechen!

Auch gibt es einen Papyrus, der über einen Pharao Cheops berichtet, aber ob jener Pharao Cheops, der im Papyrus Westcar (aufbewahrt im Berliner Ägyptischen Museum) als sehr religiös, liebevoll und einfühlsam dargestellt wird, auch der Erbauer der Großen Pyramide ist, muss eigentlich sehr angezweifelt werden. In diesem Papyrus gibt es kein Sterbesnswörtchen über Pyramiden, schon gar nicht über Großtaten dieses Pharao.

Bildernachweis:
(1) – Statuette des Cheops; Guntram Hufler (1992 – digitalisiertes DIA)
(2) – Djoser-Pyramide in Sakkara; Guntram Hufler (1992 – digitalisiertes DIA)
(3) – Pyramidenstumpf des Snofru in Meidum; Guntram Hufler (1996 – digitalisiertes DIA)
(4) – Knickpyramide des Snofru in Dahschur; Olaf Tausch (2014 – Digitalbild aus Wikipedia)
(5) – Rote Pyramide des Snofru in Dahschur; Olaf Tausch (2014 – Digitalbild aus Wikipedia)
(6) – Große Pyramide in Gizeh; Guntram Hufler (2007 – Digitalbild)
(7) – Chefren-Pyramide in Gizeh; Guntram Hufler (1996 – digitalisiertes DIA)
(8) – Mykerinos-Pyramide in Gizeh; Guntram Hufler (1992 – digitalisiertes DIA)
(9) – Pyramide des Userkaf in Sakkara; Sebi. (2005 – Digitalbild aus Wikipedia)

 

2013; Kroatien – Trogir, Split und Dubrovnik

Die Adria-Küste Kroatiens ist landschaftlich wohl eine der interessantesten Regionen des Mitelmeerraumes. Das Velebit Karstgebirge reicht ganz an die Küste, wodurch wunderbare Buchten entstanden sind und auch die vorgelagerten Inseln ihren Ursprung haben.

Das Land ist sehr trocken, da das Kalk-Karst-Gestein die Niederschläge regelrecht „schluckt“. Die starke Zerklüftung des Kalksteines, die Dolinen, die vielen Höhlen sind der Grund. So bleibt von den winterlichen Regenfällen nicht allzu viel übrig.
Vor etlichen Jahrhunderten musste sich dieser Küstenstreifen aber als Dorado der Fischerei präsentiert haben. Dass Wasser war sauber und klar und in der Unterwasserwelt tummelten sich riesige Fischschwärme.
Die Wertigkeit der Fischerei ist im letzten Jahrhundert dem Tourismus gewichen. Es konnte dadurch sicherlich mehr allgemeiner Wohlstand erzielt werden. Das ist kein Vorwurf. Denn jeder will ein leichteres, sorgenfreieres Leben führen können und so ist es leider nur allzu verständlich, dass im Sinne des „Fortschrittes“ Landschaft und Natur den Preis bezahlen durften – wie überall!

Blick vom Velebitgebirge auf Adria und Insel Pag
Blick vom Velebitgebirge auf Adria und Insel Pag

Schon zu Zeiten der Griechen und später der Römer war die dalmatinische Küste sehr beliebt. Durch die vielen Buchten ergaben sich auch natürliche, strategisch günstig gelegene Hafenbecken und wohlhabende Römer zog es über die Adria um im angenehmen Klima die Sommer zu verbringen. Meist weht vom Gebirge aus dem Osten ein leichter Wind, der Abkühlung verschaffte. Natürlich kann es aber auch ganz anders sein. Wenn die Bora, der Fallwind aus den Bergen, einsetzt, kann das tagelang dauern und die Windböen können äußerst heftig und unangenehm ausfallen.
Aber auch die vorgelagerten Inseln verschafften Sicherheit. Sicherheit vor übermäßigen Wellen und Beschädigungen der Uferlinien. Aber auch Sicherheit vor unliebsamen Besuchern, die schon abgefangen werden konnten, ehe sie überhaupt eine der Hafenstädte erreichten.
Die wohl bedeutendsten Städte dieser Zeit waren Trogir und Split, aber auch weiter südlich noch Dubrovnik, das einstige Ragusa.

Trogir

Trogir
Trogir

Die Gründung der Stadt dürfte bereits durch die Griechen im 2. vorchristlichen Jahrhundert erfolgt sein. Eine kleine Insel, die zwischen dem Festland und einer etwas größeren Insel liegt und die vom Festland nur über eine Brücke erreicht werden konnte. Sie ist ringsum mit einer Stadtmauer befestigt worden. Heute breitet sich die Stadt weit auf das Festland, aber auch auf die größere, benachbarte Insel Ciovo aus und zählt (2015) knapp 14000 Einwohner. Der kleine Stadtkern präsentiert sich dem Besucher als „einziges Museum“. Nachdem unter römischer Herrschaft die Bedeutung der Stadt deutlich abnahm (dafür stieg das benachbarte Split auf) setzte erst im 10. Jhdt. n. Chr. im Zuge der Slawisierung ein neuer Aufstieg durch die Seefahrt ein. Mit den Einfällen der Türken (15. Jhdt.) endete auch schon wieder die wirtschaftliche und kulturelle Hochzeit. Die damaligen, venezianischen Herren mussten sich verstärkt auf den Ausbau von Befestigungsanlagen konzentrieren. Von der Herrschaft der Habsburger (ab etwa 1800 n.Chr.) ist in diesem beschaulichen Städtchen kaum etwas zu entdecken.

Stadtwappen von Trogir
Stadtwappen von Trogir

Über dem Eingang des mehrgeschoßigen Rathauses (ursprünglich ein Palast) prangt das Stadtwappen in weißem Marmor. Es zeigt eine befestigte Stadt am Wasser (oder über dem Wasser schwimmend) sowie den Glockenturm der Kathedrale. Die Person im Eingangstor dürfte die Darstellung eines Bischofs sein. Man erkennt die Bischofsmütze und den Bischofsstab.

Befestigungsanlage Kamerlengo
Befestigungsanlage Kamerlengo

Ganz im Westen der Altstadtinsel befinden sich die Rest der Befestigungsanlage Kamerlengo, die im 15. Jahrhundert n. Chr. durch die venezianischen Herren errichtet wurde und deren Soldaten untergebracht waren. Heute kann man gegen Gebühr die alten Gemäuer betreten und auch den Turm besteigen. Es bietet sich ein schöner Ausblick auf die Wasserstraßen zwischen den Inseln und weiter in Richtung West zur Marina – dem Yachthafen.

Der Kirchturm des Klosters St. Nikolaus ist ein ebenso lohnendes Fotomotiv wie auch der alte Uhrturm (die Uhr ist auf der Seite zum zentrale Platz). Im Zentrum des altstädtischen Ensembles steht die Kathedrale Sveti Lovro, die zwischen 1123 und 1598 n. Chr. errichtet wurde. Ein sehr schön gestaltete, romanisches Portal führt in das Innere der Kirche (gegen Gebühr).

Die Loggia wurde etwa um 1500 n. Chr. errichtet und wurde vorwiegend als Gerichtsstätte verwendet. Wahrscheinlich standen die Richter auf diesem Balkon, führten von dort aus die Prozesse und verkündeten die Urteile. Die vielen Kirchtürme prägen das Bild!

Trogir - vom Schiff aus
Trogir – vom Schiff aus

Split

mit dem Schiff nach Split
mit dem Schiff nach Split

Split ist die zweitgrößte Stadt Kroatiens und hat derzeit (2014) rd. 180000 Einwohner. Die Stadt zeigt viele Gesichter und nicht von allen Seiten kann diese Hafenstadt als „schön“ bezeichnet werden. Vor allem die Industriegebiete sind hässlich und deren Anblick auf der Fahrt weiter in den Süden unausweichlich.

verzweifelter Blick in die Motorkiste
verzweifelter Blick in die Motorkiste

Das schönste Gesicht zeigt Split aber, wenn man sich von der Meerseite her auf sie zubewegt. Ds war für uns relativ einfach, denn wir buchten eine Überfahrt von Trogir nach Split. Leider gab bei dem ohnehin schon kleinen Boot der Motor den Geist auf und wir trieben gut 1 Stunde vor der Insel Ciovo, ehe wir abgeschleppt und dann in ein anderes, noch kleineres Boot umsteigen konnten. Dass diese Nussschale für diese Überfahrt eigentlich nicht geeignet war, bemerkten wir dann erst bei der Rückfahrt, als heftiger Wind das Meer aufwühlte und wir gegen die Wellen kaum mehr ankamen. Die Rückfahrt (ohne Defekt) dauerte sodann ebenso lang wie die Hinfahrt und wir bekamen so manchen Gischtschwall ab.

Aber zurück zu Split. Nach den Griechen siedelten sich ab etwa dem 1. Jahrhundert v. Chr. die Römer an und als dann im 3. Jahrhundert der römische Kaiser Diokletian hier seinen Sommerpalast errichten ließ, begann ein bedeutender Aufschwung. Das Römische Reich verging und auch so verging der Glanz der Stadt. Ähnlich wie Trogir verlor auch Split mit dem venezianischen Einfluss an Bedeutung auch wenn feststeht, dass im Hinterland von Split die Gründung des Kroatischen Staates erfolgte. Auch die Zugehörigkeit zum Habsburgerreich brachte keine verstärktere politische Bedeutung auch wenn Split immer über einen größeren Überseehafen verfügte. Im 2. Weltkrieg war Split eine Hochburg der Partisanenbewegung.

Altstadt von Split; Reste des Diokletian-Palastes
Altstadt von Split; Reste des Diokletian-Palastes

Die Altstadt wird von den „Resten“ des Diokletian-Palastes geprägt. Dieses Bauwerk hatte eins Ausmaße von etwa 180 x 220 Meter, also weit über 35000m2. Teile der Umfassungsmauern sind noch erhalten. Auch wenn die gesamte Altstadt etwa doppelt so groß ist wie der Palast, konzentrieren sich die Sehenswürdigkeiten doch stark innerhalb der alten Palastmauern.
Das „Zentrum“ bildet die Kathedrale Sveti Duje (Dominikuskathedrale) die auch einst das Mausoleum des Kaisers beherbergte. Im Inneren herrscht eine prächtige Mischung verschiedener Stile. Der Sarkophag und der Altar des Hl. Domnius, dem Namensgeber der Kirche, ist prächtig ausgeschmückt und auch bemalt. Ein weiterer Baldachin-Altar ist dem Hl. Anastasius geweiht.
Die Domtür ist aus massivem Nussholz und mit feinen ziselierten Ornamenten und Szenen aus dem Leben Christi geschmückt.

Dubrovnik

Dubrovnik - befestigter Hafen
Dubrovnik – befestigter Hafen

Die ersten Siedlungen in dieser Region gehen auf vorchristliche Zeit zurück, aber erst etwa im 7. Jahrhundert n.Chr. entstand eine unabhängige „Stadtrepublik“ aus den beiden Dörfern Ragusa und Dubrava. Mächtige Handelskaufleute brachten die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert n.Chr. zur Blüte. Die Stadt war Handelsmacht und unterhielt selber eine Flotte von über 200 Schiffen. An die 5000 Seeleute waren angeheuert. Von einem Erdbeben im Jahr 1667 n.Chr., welches einen Großteil der vorhandenen Bauten zerstörte, erholte sich die Stadt nur langsam. An seine Blütezeit kam sie nicht mehr heran.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein neuerlicher, diesmal touristischer Aufschwung der bis heute andauert. Eine kurze Unterbrechung gab es in der Zeit von 1991-1995, als im so genannten Jugoslawien-Krieg die Stadt von serbischer Artillerie beschossen wurde. Die schweren Schäden dieser Zeit wurden längst saniert.

Stadtmauer von Dubrovnik
Stadtmauer von Dubrovnik

Die alte Stadt ist nach wie vor von den massiven Stadtmauern aus dem etwa 15.-16. Jahrhundert eingefasst. Sie stellt ein einziges Museum dar, aus welchem der Autoverkehr verbannt ist. Die „Stradun“ ist die Hauptstraße, die am Pile-Tor (dem wichtigsten Zugang zur Altstadt) bis hinunter zum alten Hafen führt. Die Straße ist beidseitig von bedeutenden Gebäuden gesäumt und in den Saisonzeiten wird man mehr durchgeschoben als man selber geht. Am Abend erhöht sich das Menschenaufkommen noch mehr. Zu allen Gebäuden gäbe es eine Unmenge zu berichten, aber das sollte wohl eher die Aufgabe von Reiseführern sein. Ich beschränke mich hier auf die Präsentation von Bildern, die die Erinnerung an diese tolle Stadt wach halten werden.
Ich war bereits in sehr jungen Jahren (so um 1960) in dieser Stadt und konnte mich nur mehr vage daran erinner. Diesmal war ich sicherlich wesentlich vorbereiteter und natürlich mit der Reife eines Sechzigjährigen ausgestattet.