2013; Kroatien – Trogir, Split und Dubrovnik

Die Adria-Küste Kroatiens ist landschaftlich wohl eine der interessantesten Regionen des Mitelmeerraumes. Das Velebit Karstgebirge reicht ganz an die Küste, wodurch wunderbare Buchten entstanden sind und auch die vorgelagerten Inseln ihren Ursprung haben.

Das Land ist sehr trocken, da das Kalk-Karst-Gestein die Niederschläge regelrecht „schluckt“. Die starke Zerklüftung des Kalksteines, die Dolinen, die vielen Höhlen sind der Grund. So bleibt von den winterlichen Regenfällen nicht allzu viel übrig.
Vor etlichen Jahrhunderten musste sich dieser Küstenstreifen aber als Dorado der Fischerei präsentiert haben. Dass Wasser war sauber und klar und in der Unterwasserwelt tummelten sich riesige Fischschwärme.
Die Wertigkeit der Fischerei ist im letzten Jahrhundert dem Tourismus gewichen. Es konnte dadurch sicherlich mehr allgemeiner Wohlstand erzielt werden. Das ist kein Vorwurf. Denn jeder will ein leichteres, sorgenfreieres Leben führen können und so ist es leider nur allzu verständlich, dass im Sinne des „Fortschrittes“ Landschaft und Natur den Preis bezahlen durften – wie überall!

Blick vom Velebitgebirge auf Adria und Insel Pag
Blick vom Velebitgebirge auf Adria und Insel Pag

Schon zu Zeiten der Griechen und später der Römer war die dalmatinische Küste sehr beliebt. Durch die vielen Buchten ergaben sich auch natürliche, strategisch günstig gelegene Hafenbecken und wohlhabende Römer zog es über die Adria um im angenehmen Klima die Sommer zu verbringen. Meist weht vom Gebirge aus dem Osten ein leichter Wind, der Abkühlung verschaffte. Natürlich kann es aber auch ganz anders sein. Wenn die Bora, der Fallwind aus den Bergen, einsetzt, kann das tagelang dauern und die Windböen können äußerst heftig und unangenehm ausfallen.
Aber auch die vorgelagerten Inseln verschafften Sicherheit. Sicherheit vor übermäßigen Wellen und Beschädigungen der Uferlinien. Aber auch Sicherheit vor unliebsamen Besuchern, die schon abgefangen werden konnten, ehe sie überhaupt eine der Hafenstädte erreichten.
Die wohl bedeutendsten Städte dieser Zeit waren Trogir und Split, aber auch weiter südlich noch Dubrovnik, das einstige Ragusa.

Trogir

Trogir
Trogir

Die Gründung der Stadt dürfte bereits durch die Griechen im 2. vorchristlichen Jahrhundert erfolgt sein. Eine kleine Insel, die zwischen dem Festland und einer etwas größeren Insel liegt und die vom Festland nur über eine Brücke erreicht werden konnte. Sie ist ringsum mit einer Stadtmauer befestigt worden. Heute breitet sich die Stadt weit auf das Festland, aber auch auf die größere, benachbarte Insel Ciovo aus und zählt (2015) knapp 14000 Einwohner. Der kleine Stadtkern präsentiert sich dem Besucher als „einziges Museum“. Nachdem unter römischer Herrschaft die Bedeutung der Stadt deutlich abnahm (dafür stieg das benachbarte Split auf) setzte erst im 10. Jhdt. n. Chr. im Zuge der Slawisierung ein neuer Aufstieg durch die Seefahrt ein. Mit den Einfällen der Türken (15. Jhdt.) endete auch schon wieder die wirtschaftliche und kulturelle Hochzeit. Die damaligen, venezianischen Herren mussten sich verstärkt auf den Ausbau von Befestigungsanlagen konzentrieren. Von der Herrschaft der Habsburger (ab etwa 1800 n.Chr.) ist in diesem beschaulichen Städtchen kaum etwas zu entdecken.

Stadtwappen von Trogir
Stadtwappen von Trogir

Über dem Eingang des mehrgeschoßigen Rathauses (ursprünglich ein Palast) prangt das Stadtwappen in weißem Marmor. Es zeigt eine befestigte Stadt am Wasser (oder über dem Wasser schwimmend) sowie den Glockenturm der Kathedrale. Die Person im Eingangstor dürfte die Darstellung eines Bischofs sein. Man erkennt die Bischofsmütze und den Bischofsstab.

Befestigungsanlage Kamerlengo
Befestigungsanlage Kamerlengo

Ganz im Westen der Altstadtinsel befinden sich die Rest der Befestigungsanlage Kamerlengo, die im 15. Jahrhundert n. Chr. durch die venezianischen Herren errichtet wurde und deren Soldaten untergebracht waren. Heute kann man gegen Gebühr die alten Gemäuer betreten und auch den Turm besteigen. Es bietet sich ein schöner Ausblick auf die Wasserstraßen zwischen den Inseln und weiter in Richtung West zur Marina – dem Yachthafen.

Der Kirchturm des Klosters St. Nikolaus ist ein ebenso lohnendes Fotomotiv wie auch der alte Uhrturm (die Uhr ist auf der Seite zum zentrale Platz). Im Zentrum des altstädtischen Ensembles steht die Kathedrale Sveti Lovro, die zwischen 1123 und 1598 n. Chr. errichtet wurde. Ein sehr schön gestaltete, romanisches Portal führt in das Innere der Kirche (gegen Gebühr).

Die Loggia wurde etwa um 1500 n. Chr. errichtet und wurde vorwiegend als Gerichtsstätte verwendet. Wahrscheinlich standen die Richter auf diesem Balkon, führten von dort aus die Prozesse und verkündeten die Urteile. Die vielen Kirchtürme prägen das Bild!

Trogir - vom Schiff aus
Trogir – vom Schiff aus

Split

mit dem Schiff nach Split
mit dem Schiff nach Split

Split ist die zweitgrößte Stadt Kroatiens und hat derzeit (2014) rd. 180000 Einwohner. Die Stadt zeigt viele Gesichter und nicht von allen Seiten kann diese Hafenstadt als „schön“ bezeichnet werden. Vor allem die Industriegebiete sind hässlich und deren Anblick auf der Fahrt weiter in den Süden unausweichlich.

verzweifelter Blick in die Motorkiste
verzweifelter Blick in die Motorkiste

Das schönste Gesicht zeigt Split aber, wenn man sich von der Meerseite her auf sie zubewegt. Ds war für uns relativ einfach, denn wir buchten eine Überfahrt von Trogir nach Split. Leider gab bei dem ohnehin schon kleinen Boot der Motor den Geist auf und wir trieben gut 1 Stunde vor der Insel Ciovo, ehe wir abgeschleppt und dann in ein anderes, noch kleineres Boot umsteigen konnten. Dass diese Nussschale für diese Überfahrt eigentlich nicht geeignet war, bemerkten wir dann erst bei der Rückfahrt, als heftiger Wind das Meer aufwühlte und wir gegen die Wellen kaum mehr ankamen. Die Rückfahrt (ohne Defekt) dauerte sodann ebenso lang wie die Hinfahrt und wir bekamen so manchen Gischtschwall ab.

Aber zurück zu Split. Nach den Griechen siedelten sich ab etwa dem 1. Jahrhundert v. Chr. die Römer an und als dann im 3. Jahrhundert der römische Kaiser Diokletian hier seinen Sommerpalast errichten ließ, begann ein bedeutender Aufschwung. Das Römische Reich verging und auch so verging der Glanz der Stadt. Ähnlich wie Trogir verlor auch Split mit dem venezianischen Einfluss an Bedeutung auch wenn feststeht, dass im Hinterland von Split die Gründung des Kroatischen Staates erfolgte. Auch die Zugehörigkeit zum Habsburgerreich brachte keine verstärktere politische Bedeutung auch wenn Split immer über einen größeren Überseehafen verfügte. Im 2. Weltkrieg war Split eine Hochburg der Partisanenbewegung.

Altstadt von Split; Reste des Diokletian-Palastes
Altstadt von Split; Reste des Diokletian-Palastes

Die Altstadt wird von den „Resten“ des Diokletian-Palastes geprägt. Dieses Bauwerk hatte eins Ausmaße von etwa 180 x 220 Meter, also weit über 35000m2. Teile der Umfassungsmauern sind noch erhalten. Auch wenn die gesamte Altstadt etwa doppelt so groß ist wie der Palast, konzentrieren sich die Sehenswürdigkeiten doch stark innerhalb der alten Palastmauern.
Das „Zentrum“ bildet die Kathedrale Sveti Duje (Dominikuskathedrale) die auch einst das Mausoleum des Kaisers beherbergte. Im Inneren herrscht eine prächtige Mischung verschiedener Stile. Der Sarkophag und der Altar des Hl. Domnius, dem Namensgeber der Kirche, ist prächtig ausgeschmückt und auch bemalt. Ein weiterer Baldachin-Altar ist dem Hl. Anastasius geweiht.
Die Domtür ist aus massivem Nussholz und mit feinen ziselierten Ornamenten und Szenen aus dem Leben Christi geschmückt.

Dubrovnik

Dubrovnik - befestigter Hafen
Dubrovnik – befestigter Hafen

Die ersten Siedlungen in dieser Region gehen auf vorchristliche Zeit zurück, aber erst etwa im 7. Jahrhundert n.Chr. entstand eine unabhängige „Stadtrepublik“ aus den beiden Dörfern Ragusa und Dubrava. Mächtige Handelskaufleute brachten die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert n.Chr. zur Blüte. Die Stadt war Handelsmacht und unterhielt selber eine Flotte von über 200 Schiffen. An die 5000 Seeleute waren angeheuert. Von einem Erdbeben im Jahr 1667 n.Chr., welches einen Großteil der vorhandenen Bauten zerstörte, erholte sich die Stadt nur langsam. An seine Blütezeit kam sie nicht mehr heran.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein neuerlicher, diesmal touristischer Aufschwung der bis heute andauert. Eine kurze Unterbrechung gab es in der Zeit von 1991-1995, als im so genannten Jugoslawien-Krieg die Stadt von serbischer Artillerie beschossen wurde. Die schweren Schäden dieser Zeit wurden längst saniert.

Stadtmauer von Dubrovnik
Stadtmauer von Dubrovnik

Die alte Stadt ist nach wie vor von den massiven Stadtmauern aus dem etwa 15.-16. Jahrhundert eingefasst. Sie stellt ein einziges Museum dar, aus welchem der Autoverkehr verbannt ist. Die „Stradun“ ist die Hauptstraße, die am Pile-Tor (dem wichtigsten Zugang zur Altstadt) bis hinunter zum alten Hafen führt. Die Straße ist beidseitig von bedeutenden Gebäuden gesäumt und in den Saisonzeiten wird man mehr durchgeschoben als man selber geht. Am Abend erhöht sich das Menschenaufkommen noch mehr. Zu allen Gebäuden gäbe es eine Unmenge zu berichten, aber das sollte wohl eher die Aufgabe von Reiseführern sein. Ich beschränke mich hier auf die Präsentation von Bildern, die die Erinnerung an diese tolle Stadt wach halten werden.
Ich war bereits in sehr jungen Jahren (so um 1960) in dieser Stadt und konnte mich nur mehr vage daran erinner. Diesmal war ich sicherlich wesentlich vorbereiteter und natürlich mit der Reife eines Sechzigjährigen ausgestattet.